Sabaidee!
Meine Reise begann in Zürich mit dem Flug nach Bangkok. Von dort aus sollte es mit dem Nachtzug weitergehen nach Vientiane, in die Hauptstadt von Laos.
Doch manchmal hat das Reisen eigene Pläne. Mir ging es nicht gut, und so musste ich meine Route kurzfristig anpassen. Statt direkt weiterzureisen, blieb ich zwei Nächte in Bangkok, um mich auszuruhen und wieder zu Kräften zu kommen.
Am dritten Tag war es dann endlich so weit – bereit für neue Eindrücke und Abenteuer. Deshalb beginnt mein Reiseblog auch genau hier: am dritten Tag meiner Reise.
Tag 3 – Richtung Laos
So ging es also los.
Da sich meine Zugfahrt um einen Tag verschoben hatte, war nur noch Platz in der 3. Sitzklasse. Ventilatoren statt Klimaanlage, kein Liegewagen, kein eigener Sitz – nur eine harte Sitzbank und selbst diese Klasse war praktisch ausgebucht.
So sass ich also in einem 4er-Abteil eingequetscht. Natürlich war meine Sitzbank direkt am Wagenende – gleich neben der Toilette. In diesem Waggon war kein einziger anderer Tourist unterwegs. Nur Einheimische, laute Gespräche, fremde Sprache, unbekannte Gerüche. Meine Reise beginnt also völlig authentisch und ich bin gleich mittendrin im wirklichen Leben.
Nachdem ich mehr oder weniger schlecht geschlafen hatte, kam ich schliesslich in Laos an, genauer gesagt in Vientiane. Mit der Menge mitgelaufen, wurde ich zu einem Tuk-Tuk gewunken, das bis zur Grenze zwischen Thailand und Laos fuhr. Der erste Checkpoint war auf thailändischer Seite. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dort alles richtig verstanden habe, aber irgendwann hatte ich beide Grenzen passiert.
Zwei neue Stempel im Pass und rund 50 Dollar weniger – wird also ungefähr stimmen. Kaum war ich durch, wurde ich auch schon angesprochen: „Tuk-tuk, tuk-tuk, you.“
Ich sagte dem Mann, er solle einen Moment warten. Ich war noch etwas verwirrt und musste erstmal kurz ankommen. Mit meinen Dollars war ich gerade so durch die Grenzkontrollen gekommen, obwohl sie lieber Baht oder laotisches Geld (Kip) gehabt hätten. Also erst einmal Geld wechseln.
Da ich nun endlich auch wieder Internet hatte, suchte ich die Adresse meines Hostels heraus, damit ich dem Fahrer – der die ganze Zeit um mich herumschwirrte – sagen konnte, wohin ich wollte. Ich muss wirklich ziemlich verloren ausgesehen haben, denn eine Frau kam auf mich zu und fragte, ob sie helfen kann und ebenfalls mit dem Tuk-Tuk mitkommen könne. Sie handelte für uns den Preis aus: 300’000 Kip, also je 150’000. Das sind ungefähr 5.40 CHF. Ein fairer Preis.
Sie war aus Frankreich, also redeten wir Französisch – auch damit der Fahrer uns nicht verstand. Beziehungsweise: ich versuchte es. Am Ende wurde es ein wildes Gemisch aus Französisch und Englisch.
Rund 40 Minuten später setzte mich der Fahrer vor meinem Hostel ab. Check-in war erst später, aber ich konnte meinen Rucksack deponieren. Ich setzte mich ins Café und konnte endlich mein Handy laden. Als ich wieder etwas mehr Akku hatte, ging ich los, um die Stadt ein wenig zu erkunden.
Auch wenn Vientiane die Hauptstadt ist, lässt sich das meiste gut zu Fuss entdecken. Es gibt einige schöne, teilweise sehr pompöse Tempel. Doch leider liegt oft gleich auf der anderen Strassenseite – im besten Fall in Müllsäcken – überall Abfall herum: leere PET-Flaschen, Plastikverpackungen, Reste von allem